Marjolijn Hof

Biografie

Marjolijn bezigMarjolijn Hof wurde 1956 in Amsterdam geboren. Kurz darauf zog sie nach Den Haag.
Sie wuchs in einem Haus voller Schätze auf, da ihr Vater nicht nur Psychologe sondern auch bildender Künstler und Kunstsammler war. Überall standen  Bücherregale und Marjolijn fand immer etwas zu lesen. Schon in jungen Jahren fertigte sie  kleine Bücher voller Geschichten und Zeichnungen an.

Sie bastelte gern für sich allein an etwas herum, aber weil sie eine  sehr eigenwillige Auffassung von der idealen Vorgehensweise hatte, war das Resultat immer anders als gedacht.  Es wirkte als würde es bereits während des Bastelns mit ihr durchgehen.
Unregelmäßige Topflappen aus viel zu fest gestrickter Baumwolle und Zeichnungen, die in ihrem Ausmaß jedes Blatt Papier sprengten. Alle fanden das, was Marjolijn machte, ausgesprochen kreativ, aber Marjolijn selbst war immer ein wenig enttäuscht vom Resultat.

Sie hätte so gern etwas Normales fabriziert

 

Marjolijn knutselen

Aber das klappte nicht.

Marjolijn besuchte die Erste Montessori-Schule der Niederlande, Kindergarten und Grundschule befanden sich in einem Gebäude. Dort gab es eine spannende Spielwiese und nicht weit entfernt begannen die Dünen. Was für ein Abenteuer, dort ganz allein Rad zu fahren! Es duftete nach Hagebuttensträuchern und manchmal tat Marjolijn so, als ob ihr Rad ein Pferd wäre. Mitunter vergaß sie, dass sie die Dünen schon längst wieder hinter sich gelassen hatte, und dann sahen ihr die Leute auf der Straße verwundert nach. Warum radelte das Mädchen nur so merkwürdig?

In der Abschlussklasse schrieb Marjolijn ein Theaterstück: Sankt Nikolaus pass auf! Es wurde aufgeführt und die Klassenlehrerin schickte den Text an die niederländische Kinderbuchautorin Mies Bouhuys, die einen Brief mit Anmerkungen zurücksendete. Marjolijn wollte gern Schriftstellerin werden. Aber keine Schauspielerin. Sie hatte eine Rolle in ihrem eigenen Stück übernommen und die Erfahrung reichte ihr vollkommen.

Nach der Volksschule kam Marjolijn aufs Haags Montessori Lyceum, ein neusprachliches Gymnasium. Sie war schlecht in Mathematik und Physik und in allen anderen Fächern, in denen es ums Rechnen geht. Kunst  und Niederländisch lagen ihr mehr. Marjolijn las gern Gedichte und Romane und war kurze Zeit Redakteurin der Schülerzeitung. Sie schrieb Geschichten, die nach der Hälfte abbrachen. Und sie zeichnete viel.

Nach dem Abitur wusste sie eine zeitlang nicht, wie es weitergehen sollte. Sie wohnte in Den Haag in einem Zimmer zur Untermiete und hatte  verschiedene Jobs.
Weil sie sich doch für ein Studienfach entscheiden musste, besuchte Marjolijn die Bibliotheek- en Documentatie Academie, und machte dort eine Ausbildung zur Bibliothekarin - so hatte sie immerhin mit Büchern zu tun.
Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung arbeitete sie lange Zeit als Jugendbibliothekarin.
Inzwischen schrieb sie nebenher Gedichte und Geschichten, allerdings ohne diese zu veröffentlichen. Die Gedichte richteten sich an Erwachsene, die Geschichten waren fast immer für Kinder bestimmt. Das war eine ganz bewusste Entscheidung. Marjolijn war mit wunderbaren Kinderbüchern aufgewachsen und hatte sich auf Jugendliteratur spezialisiert. (Noch immer erstaunt es sie, wenn Leute wissen wollen, wann sie denn endlich mal einen richtigen Roman schreiben würde. Dabei erfordert das Schreiben eines Jugendbuches doch genau so viel fachmännisches Können  wie das Verfassen eines Romans für Erwachsene!)

Das Schreiben wurde immer wichtiger. Marjolijn schrieb sich 1999 für Kreatives Schreiben in der Berufsfachschule 't Colofon ein, und nach fast zwanzig Jahren Berufserfahrung als Bibliothekarin kündigte sie und  machte schließlich das Schreiben zum Beruf.

Inzwischen sind ihre Bücher in vierzehn Sprachen übersetzt und ihre Arbeit wurde in den Niederlanden unter anderem  mit dem Gouden Griffel und dem Gouden Uil –Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. 2009 war Tote Maus für Papas Leben  ( Een kleine kans) in der Kategorie Kinderbuch für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

Übersetzt von Rein Korthof

Deutsch

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